homify 360°: Das Kulturerbe Jurahaus neu interpretiert

Mandy Markwordt – homify Mandy Markwordt – homify
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Es ist schlicht, wirkt etwas grob – und erzählt eine ganz eigene Geschichte: Das sogenannte Jurahaus existiert seit dem 12. Jahrhundert und gehört heute zu unserem Kulturerbe. Den besten Beweis dafür, dass diese Bauart nichts von ihrem Reiz verloren hat, liefert der Architekt Axel Baudendistel. Bei einem Neubau in Ingolstadt wählte er den rustikalen Baustil eines Jurahauses als Vorbild. 

Doch was verbirgt sich denn eigentlich hinter einem “Jurahaus”? Um die Entstehung des Begriffes zu erläutern, gehen wir einige Millionen Jahre in der Geschichte zurück, als sich über dem heutigen Altmühltal noch das Jurameer befand. Nachdem das Meer im Laufe der Jahrzehnte verschwand, blieben auf dem Boden nur noch Ablagerungen von Muscheln und Tieren zurück. Diese Ablagerungen formten sich wiederum Jahre später zu den uns heute bekannten Kalkplatten.

Eben diese Kalkplatten spielten bei dem Bau eines Jurahauses eine entscheidende Rolle: Die Dächer dieser Häuser sind flach geneigt und bestanden zumindest in früheren Zeiten aus mehreren Schichten dünner Kalkplatten.

Weitere Merkmale der Jurahäuser lassen sich am Beispiel des Hauses in Ingolstadt am besten betrachten.

Schlichte Schönheit

Wir müssen zugeben, ein Jurahaus ist wahrscheinlich kein Haus, in das man sich auf den ersten Blick verliebt. Die Fassade ist natürlich gehalten, ohne jede Zierde. Und durch die kubische Form wirkt dieser Baustil auch häufig etwas gedrungen. Doch dieses Haus überzeugt mit seinen inneren Werten: Alle Baumaterialien sind umweltverträglich und schadstofffrei. Es lohnt sich also, einen Blick hinter die Fassade zu werfen…

Sonnenschutz inklusive

Während bei den ursprünglichen Jurahäusern noch kleine, quadratische Fenster üblich waren, setzt der Architekt in Ingolstadt auf eine Nummer größer. Durch die naturbelassenen, raumhohen Fenster strömt das Tageslicht in den Wohnraum – und das Beste: von außen sind die Fenster sogar mit einem Sonnenschutz beschichtet.

Wärme Füße als Wohlfühlfaktor

Früher gab es in den Wohnzimmern häufig Kamine, um eine wohlige Wärme zu erzeugen. Heutzutage können wir dank einer Fußbodenheizung das Gefühl warmer Füße im ganzen Haus genießen. Mit einer Solaranlage soll zukünftig das Brauchwasser erwärmt werden und als Heizquelle dienen.

Mehr als nur ein Oberlicht

Ein schräg eingeschnittenes Oberlicht in der Treppenhalle erweist sich als multifunktional: Das Tageslicht wird dadurch optimal als natürliche Lichtquelle genutzt. Zudem ist durch das Oberlicht eine perfekte Luftzufuhr und -abfuhr selbst bei unterschiedlichen Klimabedingungen gewährleistet.

Lieblingsfarbe: natürlich!

Weiße Wände und die typische Raufasertapete werden uns in einem Jurahaus nicht erwarten. Der Kalkputz, der für die innere Fassade verwendet wird, verleiht jedem Raum einen erdigwarmen Farbton. 

Im Einklang mit der Natur

Da dieses Haus so sehr mit der Natur verbunden ist, bietet es Naturliebhabern auch einen wunderbaren Ort zum Entspannen. Die mit Holzdielen versehene Loggia erstreckt sich über die gesamte Länge des Hauses und ist ein idealer Platz zum Sonnen oder für ein Barbecue mit Freunden. 

VIO 302 - Terrasse:  Terrasse von FingerHaus GmbH

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