Biodiversität im Garten: der naturnahe Garten von Ecologic City Garden - Paul Marie Creation | homify
Ecologic City Garden – Paul Marie Creation

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Biodiversität im Garten: der naturnahe Garten

Biodiversität beginnt vor der eigenen Haustüre! Biodiversität spielt sich nicht fernab im Dschungel ab, sondern umgibt jeden von uns in seinem eigenen Lebensumfeld. Hier entscheiden wir, wie viel Biodiversität wir zulassen. Der Garten ist Lebens- und Erlebnisraum für den Men­schen, Abenteuerspielplatz für die Kinder, er bietet Entspannung und Geborgenheit, erfreut uns mit Düften, Formen, Farben, versorgt uns mit frischem Obst und Gemüse – kurzum, im Garten wollen und sollen wir uns wohlfühlen. Die Gestaltung der einzelnen Gärten ist dabei so unter­schiedlich und individuell wie ihre Besitzer. 

Allerdings: Kurzgeschorener Rasen, exotische Gehölze, Zuckerhutfichte und Lebensbaumhecke wirken das ganze Jahr über gleich grün, gleich langweilig, artenarm und beliebig. Und aus der Sicht der heimischen Pflanzen- und Tierwelt sind sie gar als ökologische Wüsten zu bezeichnen. Naturnah gestaltete Gärten dagegen sind ein Lebensraum nicht nur für den Menschen, sondern auch für unzählige heimische Pflanzen und Tiere. Gaukelnde Schmetterlinge über duftenden Blumenwiesen, zirpende Heuschrecken, blühende Obstbäume – nur noch Erinnerung an die Kindheit? Nicht unbedingt: Es liegt allein an uns, diese Welt und Biodiversität wieder ein Stück weit in unsere Umgebung, unsere Gärten zu holen! 

Wer oder was hindert uns daran, wenigstens in unserem unmittelbaren Wohnumfeld im Ein­klang mit der Natur zu leben? Naturnahe Gärten stellen häufig geradezu ein Dorado für die heimische Flora und Fauna dar. Ausgesprochene Raritäten sind zwar in der Regel nicht darun­ter, aber allein folgende Zahlen belegen die enorme Bedeutung naturnaher Gärten als Lebens­raum und Biodiversitätszentren im Kleinen: Hier wurden bislang 2500 Tierarten nachgewie­sen, darunter allein 650 Schmetterlings- und 100 Vogelarten. Schätzungen gehen sogar von einer Anzahl von 10.000 Arten aus – das entspricht einem knappen Viertel aller in Deutschland beheimateten Tierarten. Dazu kommen noch rund 1000 heimische Wildpflanzen, die in unseren Gärten gedeihen. Bei rund 17 Mio. Gärten in Deutschland mit einer Durchschnittsgröße von 400 qm ergibt sich übrigens eine Gesamtfläche, die ziemlich genau der Gesamtfläche aller Naturschutzgebiete in Deutschland entspricht.

 Was ist ein naturnaher Garten, und wie legt man ihn an? Den naturnahen Garten gibt es nicht, demzufolge auch keine Patentrezepte. Naturnah bedeutet Gestaltung und Pflege des Gartens mit der Natur und den ihr eigenen Gesetzen und nicht gegen sie. Keineswegs ist damit gemeint, alles wild durcheinander wuchern zu lassen. Man gibt jedoch der Natur Raum zur Entwicklung, ohne dabei auf ggf. notwendige lenkende Eingriffe zu verzichten. Ein naturnaher Garten ist da­her beileibe kein Zeichen für die Faulheit seines/r Besitzer/in, wohl aber sichtbarer Beweis eines ausgeprägten Umweltbewusstseins und einer entsprechenden Denkweise. 

Wesentlich ist dabei die Verwendung heimischer, standortgerechter Pflanzen. Denn Pflanzen, die am falschen Standort wachsen (müssen) – z.B. feuchtigkeitsliebende Arten auf trockenen Sandböden-, sind anfällig gegen Krankheiten und Parasiten. Nicht selten wird dann in Verken­nung der eigentlichen Ursachen zur chemischen Keule gegriffen – ein ebenso schädlicher wie vermeidbarer Eingriff!Ein weiterer wesentlicher Punkt kommt dazu: Heimische Pflanzen und Tiere bilden Lebensge­meinschaften. Verschwinden heimische Pflanzen, dann verschwinden auch die daran ange­passten Insekten und umgekehrt. Ein gutes Beispiel ist der nicht heimische Sommerflieder, der zwar für erwachsene Falter wie den Kleinen Fuchs eine Nektarquelle darstellt, aber als Raupen­futterpflanze völlig wertlos ist. Als Nahrungspflanze für die Raupen des Kleinen Fuchses (und weiterer attraktiver Arten wie Tagpfauenauge, Landkärtchen und Admiral) lebensnotwendig ist hingegen die bei vielen Menschen unbeliebte Brennnessel. Ohne Brennnesseln also keine Fal­ter – ohne Brennnesseln aber auch keine Vögel, die von den Raupen leben. Dies soll nun nicht heißen, dass man seinen Garten unkontrolliert mit Quecken, Giersch und Brennnesseln über­wuchern lässt, aber man sollte auch sog. Unkräuter in einigen Ecken dulden – der Artenvielfalt und damit nicht zuletzt auch uns selbst zuliebe. 

Ziel einer naturnahen Gartengestaltung sollte die Förderung einer möglichst hohen Artenvielfalt sein. Je größer die Artenvielfalt, desto geringer die Gefahr, dass sich bestimmte Arten massen­haft vermehren. In einem naturnahen Garten sind immer auch genügend natürliche Gegenspie­ler vorhanden, die unerwünschte Tiere dezimieren, so dass man auf die chemische Keule ge­trost verzichten kann. Marienkäfer und Florfliegenlarven haben z.B. Riesenappetit auf Blattläu­se, Vögel und Schlupfwespen halten gefräßige Raupen in Schach, und Igel und Kröten tun sich an Nacktschnecken gütlich. Nach dem Vorbild der Natur können wir Ausschnitte aus verschiedenen Lebensräumen (Hecke, Teich, Wiese) gezielt gestalten. In kleinen Gärten genügt schon die Duldung von Kleinstruktu­ren wie morsche Baumstubben, Stein- und Reisighaufen, ungemähte Randstreifen etc. Sie sind Lebensraum und Unterschlupf z.B. für Rotkehlchen, Zaunkönig, Igel, Eidechsen sowie eine Vielzahl von Insekten. 

Auch Laub sollte unter Gehölzen unbedingt liegen bleiben, schützt es doch den Boden vor Aus­trocknung, führt ihm Nährstoffe zurück und beherbergt viele Kleintiere.In einem solchen naturnahen Garten ist die Artenvielfalt zuhause und zuhause Artenvielfalt – im Interesse von Menschen, Tier und Pflanze. Ein solcher Garten gibt jedem das Gefühl, einen Beitrag zur Biodiversität geleistet zu haben.

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